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Es gibt eine große Anzahl psychotherapeutischer Methoden und Verfahren, die alle für sich in Anspruch nehmen, Menschen in seelischen Schwierigkeiten Hilfe anbieten zu können und psychotherapeutisch wirksam zu sein.

Problematisch in diesem Zusammenhang ist, dass eine Vielzahl der Schulen und Methoden der psychotherapeutischen Verfahren wissenschaftlich nicht anerkannt sind und dass ihnen u. a. seriöse und belastbare Untersuchungen zu der behaupteten Wirksamkeit fehlen.

Staatlich anerkannt und damit von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert, sind nach der Psychotherapie-Richtlinie und basierend auf dem Psychotherapeutengesetz, Verfahren der Psychoanalytischen, der Tiefenpsychologischen, der Systemischen und der Verhaltenstherapie.

Die Praxis für Seelische Gesundheit Beschorner kann Ihnen ein breites Spektrum von wissenschaftlich gut begründeten Therapieverfahren anbieten und folgt dabei dem seit Jahren durch moderne Psychotherapieschulen empfohlenen Ansatz der integrativen Methoden, um Ihnen genau die Behandlung zukommen lassen zu können, die den individuellen Gegebenheiten entspricht.

Verhaltenstherapie


Die Verhaltenstherapie ist eigentlich ein ganzes Spektrum von Methoden, deren gemeinsame Basis die Annahme ist, dass die aktuell bestehenden Schwierigkeiten erlernt wurden und dass man sie, den Lerntheorien folgend, auch wieder „verlernen“ kann. Der Begriff des „Erlernten“ bezieht sich dabei nicht nur auf angeeignetes, nicht so hilfreiches Denken, Fühlen und Handeln, sondern auch auf nicht erlernte Fähigkeiten (z. B. Nein sagen können) oder Gefühle, die aber von Vorteil wären und Symptome nicht notwendig sein lassen müssten.

Einfacher, in Anlehnung an Thomas Fritzsche formuliert, könnte man obiges zusammenfassen durch: „Eine Verhaltenstherapeutin geht davon aus, dass ein Mensch, der Probleme erlebt, entweder etwas nicht gelernt hat, was er bräuchte, oder dass er etwas falsch gelernt hat, was ihm nun schadet.“ (in: Thomas Fritzsche – Die Frau, deren Arm sich hängen ließ)

Verhaltenstherapie erklärt Zusammenhänge und gibt Hilfestellung beim „verlernen“ oder „neu lernen“, beim Aneignen von vielleicht nicht so gut ausgebildeten Fähigkeiten. Verhaltenstherapie gibt Hilfe zur Selbsthilfe, um Handlungsfähigkeiten zu erweitern und eine bessere Selbstregulation ermöglichen.

Schematherapie


Ein Schema nennt man in der Psychologie eine Art Hilfsmittel, mit dem Menschen ihren gewonnenen Eindrücken eine Bedeutung geben. Psychologisch betrachtet sind Schemata Hilfskonstruktion des Gedächtnisses, die gespeicherte Informationen zu Eindrücken oder einer Gegebenheit, in abstrakter und generalisierter Form enthalten. Gewöhnlich ermöglichen Schemata uns, uns in unterschiedlichsten Situationen mühelos und schnell zurechtzufinden und sinnvoll zu verhalten.

Die Schematherapie stellt eine Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie dar. Sie erweitert diese durch Elemente anderer etablierter Psychotherapietheorien und -verfahren, wie z. B. der Objektbeziehungstheorie, der Transaktionsanalyse, der Gestalttherapie oder der Hypnotherapie. Ihr liegen verschiedene psychologische und psychotherapeutische Ansätze zugrunde (u. a. kognitive Therapie, Bindungstheorie, klientenzentrierte Psychotherapie, Abwehrmechanismen, Individualpsychologie). Die Schematherapie geht davon aus, dass es in einem Menschen erlernte Grundschemata gibt, die ein Individuum in seinem Verhalten so steuern, dass die seelischen Grundbedürfnisse befriedigt werden. Sie nimmt an, dass es im Laufe der Entwicklung eines Menschen dazu kommt, dass dieser Schemata entwickelt, die Muster aus Erinnerungen, Gefühlen und Wahrnehmungen beinhalten, mit denen das Verhalten beeinflusst wird. Problematisch werden diese Muster dann, wenn sie mit der eigenen Persönlichkeit kollidieren und dann als störend erlebt werden und zu Leid führen.

Systemische Therapie


Das psychotherapeutische Verfahren der Systemischen Therapie hat einen interessanten Ansatz: Ursprünglich ausgehend von der Familientherapie, die die Zusammenhänge der Interaktionen zwischen den Mitgliedern einer problematischen Familie, deren sozialem Umfeld und der individuellen Kommunikation betrachtet und die die Familie als ein System mit ihren jeweiligen Untersystemen ansieht, ist die Systemische Therapie heute nicht mehr nur ein Verfahren für Familien. Vielmehr kann man jede Gruppe und jedes Individuum dieser Gruppe als zugehörig zu einem System bezeichnen. Sogar in einer einzelnen Person grenzt man Teilbereiche als jeweils ein eigenes System voneinander ab – z. B. die Gedanken- und Gefühlswelt von der körperlichen Welt mit ihren Stoffwechselvorgängen und nicht zuletzt von der sozialen Interaktion respektive Kommunikation. Dabei bedingen sich die jeweiligen Untersysteme nicht ursächlich, haben aber eine Verbindung zueinander und können sich beeinflussen.

In der Systemischen Therapie wird diejenige Person, die „anzeigt“, dass mit dem System etwas nicht stimmt, als Indexpatientin bezeichnet. Diese Person ist die Symptomträgerin. Sie hat innerhalb des betroffenen Systems, stellvertretend für alle, eine ganz spezielle Funktion übernommen und weist mit ihrer Aufgabe und Rolle die vorhandenen Symptome auf.

Die systemisch ausgebildeten Therapeutinnen sehen dabei ihre Klientinnen nicht als krank an – ganz egal, wie auch immer die Symptomatik aussehen mag. Die vorhandenen Symptome haben vielmehr eine ganz spezielle Funktion innerhalb des Systems – vielleicht die, eine Familie zusammenzuhalten oder eine Partnerschaft zu stabilisieren. Möglicherweise das schwarze Schaf der Familie oder die bizarre Tante, die mit allen Konventionen bricht und jede Regel missachtet.

Der therapeutische Ansatz der Systemischen Therapie ist der, dass er davon ausgeht, dass, sobald sich ein Teil des Systems, sobald sich etwas bei der Indexpatientin ändert, verändert sich das gestörte System. Ändert sich bei einer Symptomträgerin also z. B. etwas am sozialen Gefüge oder der Interaktion oder der Kommunikation, sind die vorhandenen Symptome nicht länger erforderlich.

Tiefenpsychologisch orientierte Therapie


Dieses wissenschaftlich fundierte Therapieverfahren beruht auf den theoretischen Grundlagen der Analytischen Psychotherapie und ihren Weiterentwicklungen. Die Tiefenpsychologisch orientierte Therapie basiert auf den tiefenpsychologischen Grundannahmen, wonach tiefe – in der „Tiefe“ verborgene Anteile des Unbewussten (Motive, Wünsche oder Konflikte) und/oder andauernde, aus der Kindheit, dem Jugendlichenalter resultierende – Vorgänge oder Gegebenheiten Auswirkung auf die aktuelle seelische Gesundheit haben. Die Tiefenpsychologisch orientierte Therapie klärt zugrunde liegende Ursachen, wodurch indirekt eine Besserung der Schwierigkeiten herbeigeführt wird.

Hypnotherapie nach Milton H. Erickson


Milton Hyland Erickson, ein amerikanischer Psychiater, Psychologe und Psychotherapeut (1901 – 1980), gilt als der Begründer der modernen Hypnotherapie. Er prägte dieses Therapieverfahren und entwickelte es stets weiter. Seine Art der Arbeit unterscheidet sich dabei in einigen Aspekten grundlegend von anderen Hypnotherapieformen und viele seiner Erkenntnisse flossen in andere etablierte Therapieverfahren ein (z. B. Systemische Therapie, NLP). Das NLP kopiert seine Technik und die Art seines Sprechens und entwickelte daraus sein Milton-Modell.

Eine dieser grundlegenden Unterschiede ist die Überzeugung Ericksons, dass das Unbewusste nicht nur im Freudschen Sinne Sitz alles Triebhaften, Verdrängten oder Abgewehrten ist, sondern dass es weit darüber hinaus eine Quelle der Kreativität und der Ressourcen darstellt. Er betonte stets das positive und hilfreiche des Unbewussten als eine schier unerschöpfliche Lagerstätte zur kreativen Selbstheilung, als eine Wurzel des universalen Wissens und Hort von kaum genutzten Erfahrungen.

Beeindruckend und inspirierend ist auch die innere Einstellung in seiner Arbeit und die Haltung seinen Klientinnen gegenüber. Entgegen der standardisierten Methoden und dem üblichen Vorgehen (allwissender Therapeut, stereotype Behandlung, abhängiger, untergeordneter Patient) entwickelte Erickson einen neuen Ansatz der Individualität und Behandlung auf Augenhöhe, in dem er stets die Einzigartigkeit eines jeden Menschen betonte und in dem er forderte, dass sich die Psychotherapie an die Bedürfnisse, Besonderheiten und Gegebenheiten eines jeden Individuums anzupassen habe. Für und zu jedem Klienten müsse ein individueller und eigener Zugang gefunden werden und dessen Therapie habe sich an diesem zu orientieren. Dies führte im Fachkreis zu erheblichem Widerstand und setzte den Versuch der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung in Gang, Erickson aus der Gemeinschaft auszuschließen – was aber letztlich nicht gelang.

Ein weiterer Schwerpunkt in seiner Arbeit und Einstellung war, in der Therapie alles zu nutzen, was durch die Klientinnen mit- und eingebracht wird. Vermeintliche Probleme oder Schwächen, vorhanden Symptome oder Zustände werden so eingesetzt, dass sie zum Teil der Lösung von Schwierigkeiten werden. Dies nannte Milton Erickson Utilisation.

Interessant ist die Tatsache, dass in Milton Erickson’scher Arbeit die Therapie in induzierten Trancezuständen immer weniger Platz einnahm. In seinen letzten Jahren setzte er Trance, nach Mitteilung eines seiner Schüler Gunther Schmidt, lediglich noch in ca. 15 Prozent der Fälle ein. Es gelang ihm, durch Sprache und hypnotische Sprachmuster, Geschichten und Metaphern natürliche Trancezustände anzuregen und diese therapeutisch zu nutzen.

Wissenswertes zu Psychotherapie und Therapeuten


Unter Psychotherapie versteht man eine professionelle Behandlung seelischer Schwierigkeiten mittels wissenschaftlich erforschter und gut begründeter Verfahren und Techniken, die nachgewiesen wirksam sind. Dieses sogenannte evidenzbasierte Vorgehen erfordert nicht nur Expertenwissen zum Fachgebiet, sondern darüber hinaus auch die Fähigkeit, sich klinische Forschungsdaten anzueignen, diese zu interpretieren und schließlich auch anzuwenden.

In der Psychotherapie finden sich eine Vielzahl von Schulen und Methoden. Zunehmend werden in der modernen Psychotherapie Schulen übergreifende, integrative Methoden empfohlen, um genau die Behandlung anwenden zu können, die der Klientin mit ihren vorliegenden Schwierigkeiten entsprechen. Dies macht jedoch gleichzeitig eine noch umfangreichere Aus- und Weiterbildung der Psychotherapeutinnen erforderlich.

Gesetzlich anerkannte und damit auch zur Kostenerstattung durch die Krankenkassen zugelassene Verfahren sind die Analytische, die Tiefenpsychologisch fundierte und die Systemische Psychotherapie sowie die Verhaltenstherapie.

Psychotherapie darf nur von Ärzten mit entsprechender Qualifikation oder Psychologischen Psychotherapeutinnen durchgeführt werden. Das Psychotherapeutengesetz regelt darüber hinaus, wer sich Psychotherapeutin nennen darf. Unter das Psychotherapeutengesetz fallen ausdrücklich nicht Heilpraktiker oder gar "kleine Heilpraktiker" - die Heilpraktiker für Psychotherapie (sektorale Heikundeerlaubnis nur für den Sektor Psychotherapie). In ihrem Rechtsgutachten zum Heilpraktikerrecht aus dem April 2021 schreibt das Bundesministerium für Gesundheit: "Eine Heilpraktikererlaubnis [...] erhält vielmehr jede Person, die in einer Überprüfung [...] vor der nach Landesrecht zuständigen Stelle nachweist, dass von ihr keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung oder für die sie aufsuchenden Patientinnen und Patienten ausgeht. Es wird nicht überprüft, ob und welche medizinischen Fachkenntnisse die angehende Heilpraktikerin oder der angehende Heilpraktiker nachweisen kann."

Psychotherapeutisch arbeitende Psychologische Psychotherapeutinnen absolvieren zunächst ein 5-jähriges Hochschulstudium der Psychologie (Teilgebiet Klinische Psychologie) an das sich eine mindestens 3-jährige Vollzeitausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin anschließt. Die Ausbildung endet mit der staatlichen Zulassung zur Ausübung des Berufs einer Psychotherapeutin – der Approbation.

Seit 2020 wird die Ausbildung zur Psychotherapeutin durch ein 5-jähriges Bachelor-Master-Studium an einer Hochschule absolviert. Der erfolgreiche Abschluss dieses Studiums (Approbation) mündet in die Berufsbezeichnung Psychotherapeutin – ohne weitere spezifische Befähigung. Eine so ausgebildete Psychotherapeutin dürfte jetzt schon psychotherapeutisch arbeiten, könnte sich jedoch noch nicht in eigener Kassenarztpraxis niederlassen.

Dafür benötigen die Psychotherapeutinnen eine Fachweiterbildung. Diese Qualifikationen erwirbt man sich – ähnlich einer fachärztlichen Ausbildung – durch eine weitere, 5jährige Weiterbildung in einem speziellen anerkannten Verfahren wie z.B. der Verhaltenstherapie oder der Systemische Therapie.

Zukünftige Fachpsychotherapeutinnen für Erwachsene (Verhaltenstherapie) werden Sie also erst nach deren mindestens 10-jähriger Ausbildung finden.