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Möglicherweise sind Sie einfach nur so über unsere Seite gestolpert oder aber, Sie sind gezielt auf der Suche nach Informationen zu Paarangeboten, wollen mehr Kompetenz in Sachen Paarbeziehung erwerben oder fragen sich, wie Sie in Ihrer Partnerschaft mehr Zufriedenheit erlangen, mehr guten Sex haben können oder eventuell sind Sie neugierig auf die Möglichkeit, auch nach langen Jahren in einer Beziehung, noch eine erfüllte Partnerschaft leben zu können?

Vielleicht sind Sie aber auch gerade mit sehr gemischten Gefühlen im Netz unterwegs auf der Suche nach paartherapeutischen Angeboten? Sich nicht gesehen fühlen… Sich nicht verstanden fühlen… Belogen worden sein… Vielleicht durchleben Sie gerade eine Krise in Ihrer Partnerschaft und in Ihnen ist nur noch Wut, Verzweiflung, Ohnmacht oder Sie befinden sich in einem Gefühlschaos und könnten eigentlich nur noch heulen?

Enttäuschung, Vertrauensverlust, sich im Stich gelassen fühlen, Leere, das Gefühl, dass etwas zerbrochen ist, dass etwas zu Ende ist – Unsicherheit, Angst und Hilflosigkeit – und dabei nicht so recht wissen, wie es eigentlich dazu kommen konnte oder wie es jetzt weiter gehen soll…

Vielleicht fragen Sie sich, ob es überhaupt noch möglich ist, die einstig große Liebe noch zu retten? Oder Sie fragen sich gerade, ob es sich überhaupt noch lohnt, etwas in diese Beziehung zu investieren?

Das Wichtigste zuerst: Sie müssen uns wollen und das Gefühl haben, dass wir die Richtigen für Sie sind! Unsere gemeinsame Arbeit ist keine einfache und es ist tatsächlich sehr hilfreich, wenn Sie uns gezielt auswählen, weil Sie davon überzeugt sind, dass wir Ihnen hilfreich zur Seite stehen können.

Es wäre auch gut, wenn Sie sich klar machen, dass unsere Aufgabe nicht darin besteht, eine Art Schiedsrichter in Ihren Auseinandersetzungen zu sein oder Ihre Probleme zu lösen. Gelegentlich bekommen wir auch das Gefühl, dass wir dabei behilflich sein sollen, dass sich ein Partner in der gewollten Weise des anderen Partners verändern soll. Bei allem Verständnis für diese Wünsche, sehen wir uns bei unseren Paargesprächen in einer anderen Rolle: Wir begleiten Sie unterstützend und beratend in Ihrem paartherapeutischen Prozess und sind – wie sagt unsere Supervisorin Frau Dr. Hanna Ziegert immer – Geburtshelfer bei der Lösung Ihrer gemeinsamen Probleme.

Wahrscheinlich kennen Sie das Standardsetting einer Paartherapie: Hier sitzen Ratsuchende einer Therapeutin oder einem Therapeuten gegenüber. Ein Dreiersetting. Auch wir haben so begonnen.

Eine der Besonderheiten unserer heutigen Paargespräche jedoch ist das Vierersetting. Sie werden in Ihren Paarstunden stets uns beiden begegnen.

Unabhängig voneinander empfanden wir in der Vergangenheit unsere Paararbeit als zunehmend unzureichend. Immer häufiger kam das Gefühl auf, den Erfordernissen einer guten Paartherapie nicht in dem Umfang gerecht werden zu können, wie wir glaubten, dass es notwendig ist.

Einige Paare unserer Paargespräche rekrutieren sich z. B. aus Einzelstunden. Dann bringt eine Klientin oder ein Klient ihre Partnerin oder ihren Partner mit zu den Paargesprächen. Das früher daraus resultierende Dreiersetting empfanden wir jedoch oftmals als unglücklich, gab es doch für die neu Hinzukommenden bereits eine Art vorbestehenden „Bündnis“. Stets schwang da eine Art Misstrauen mit und es gab spürbare Vorbehalte und Widerstände, die eine gemeinsame Arbeit erschwerten.

Daher entschlossen wir uns bereits vor einigen Jahren dazu, unsere Paargespräche in einem anderen, als dem Standardsetting durchzuführen – unser Vierersetting entstand.

Und plötzlich spürten wir keine Vorbehalte mehr. Jetzt gab es ja zwei Neue und keinen Grund mehr für eine einzelne Person, sich „außen vor“ zu fühlen.
Übrigens sind auch wir, als hinzukommende Therapeutin oder hinzukommender Therapeut, tatsächlich stets die Neuen. Allein schon aus Gründen der Schweigepflicht tauschen wir uns untereinander vor Paargesprächsbeginn nicht aus. Das dürften wir ohne vorliegende Einwilligungserklärung auch nicht.
Unser Vierersetting mit dieser klaren Haltung und mit diesen Selbstverständlichkeiten ermöglicht uns eine glaubhafte Aufrichtigkeit und Offenheit in der Paarsituation.

Daneben existieren aber auch noch zahlreiche fachliche Vorteile des Vierersettings:
In den am häufigsten vorkommenden Viererkonstellationen – zwei Frauen / zwei Männer – ist es jetzt einfach möglich, z. B. Identifikationen entstehen zu lassen, Spiegelungen zu ermöglichen, weibliche und männliche Anteile in das Paargeschehen einzubringen oder im Rahmen von Psychodrama und Rollenspiel Paarinszenierungen stattfinden zu lassen. Aber auch systemisch paartherapeutische Gesichtspunkte spielen in unserem Vierersetting eine Rolle: In Anlehnung an das Mailänder Modell der systemischen Therapie nehmen wir mitunter die Rollen als Therapeutin/Therapeut respektive Cotherapeutin/Cotherapeut ein. Als den weitaus wichtigsten Aspekt jedoch empfinden wir die Tatsache, dass wir zu keiner Zeit den Kontakt zu einem Teil des Paares verlieren, ganz gleich wie intensiv sich gerade die aktuelle Situation mit einem der Ratsuchenden gestaltet. Einer von uns ist stets beim anderen Teil des Paares.

 

Was sich wie ein roter Faden durch unsere Paargespräche zieht, sind die immer wiederkehrenden thematischen Inhalte, die Paare in Schwierigkeiten bringen können. Hier finden wir Beziehungsprobleme durch ein Ungleichgewicht von Autonomie und Bindungserleben, oder es geht um Themen wie Intimität, Sexualität, Treue und Außenbeziehungen, Trennungen, Entscheidungen für eine Elternschaft oder aber auch eine als belastend erlebte kinderlose Partnerschaft.

Für gleichgeschlechtliche Paare finden sich weitere, eher für diese Paare spezifischen Themenkomplexe wie Belastungen der Beziehung durch Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen, die Fragen nach der Beziehungsgestaltung, da gesellschaftliche Paarmodelle und Paartraditionen fehlen und erst neu geschaffen werden müssen oder das Coming-out, wenn hierzu unterschiedliche Positionen bestehen.

Vorbemerkung:
Wir empfinden das Wort Paartherapie, obwohl es sich als solches in unserer Umgangssprache etabliert hat, als wenig zutreffend, denn Paare in Schwierigkeiten brauchen in unseren Augen keine Therapie im Sinne einer therapeutischen Behandlung einer krankheitsrelevanten Störung. Wir sind auch davon überzeugt, dass es bei stolpernden Partnerschaften generell auch keine zugrundeliegenden Kommunikationsprobleme gibt. Schließlich gab es in der Geschichte eines jeden Paares die Zeit, in der Verständigung so gut funktionierte, dass es zueinander finden konnte. Vielleicht sogar Kinder miteinander bekam? Wir können uns beim besten Willen nicht vorstellen, wie das klappen könnte, wenn eine Partnerschaft durch Kommunikationsstörungen überschattet sein sollte.
Sehr wohl gibt es aber manchmal den verzweifelten Versuch, Schwierigkeiten durch eine wenig konstruktive Art des Umgangs miteinander oder des nicht hilfreichen Redens zu bewältigen. Wir sehen diese größtenteils unfruchtbare und frustrierende, dafür aber sehr anstrengende und nicht selten auch alles verschlimmernde Kommunikation als eine Anstrengung an, ein vorhandenen Problem zu lösen! Nur vielleicht nicht wirklich mit den förderlichsten Methoden...

Wie wir arbeiten:
Nicht selten sehen wir uns mit dem Wunsch nach einer Beratung konfrontiert, in der beziehungsrelevantes Wissen unterrichtet werden soll. Tipps zur Lösung von Schwierigkeiten werden gefordert. Natürlich kommen wir diesem verständlichen Wunsch im Rahmen unserer Paargespräche auch nach, glauben jedoch, dass dies in seiner Wirkung arg begrenzt ist und von entsprechenden Beratungsstellen ausreichend gut vermittelt wird.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Vermittlung und Umsetzung von Beziehungskompetenz unter Berücksichtigung der individuellen Lebenskonzepte. Ganz im Vordergrund steht die Förderung und Stärkung der Autonomie eines jeden Ratsuchenden Menschens auch unter Betrachtung der jeweiligen Biografien und Erfahrungshintergründe. Unser wesentliches Ziel ist es, Einzelpersonen, Paare oder Familien zu befähigen, ihre Schwierigkeiten zu überwinden, ihre Konflikte zu bearbeiten und ein höheres Maß an persönlicher Partnerschaftskompetenz zu erlangen. Ganz unabhängig von der jeweiligen Art der Beziehung.

Wir lassen es in unserem beschützenden Rahmen zu, dass Befürchtungen und Ängste, Bedürfnisse und Erwartungen und/oder Wünsche und Fantasien frei geäußert werden können, um einen Verständigungs- und Verstehensprozess möglich zu machen, in dem die Partner ein tieferes Verständnis für einander aber auch für sich selbst erlangen können. Wir gehen den Ursachen und Dynamiken bestehender Konflikte nach und wollen im Idealfall dabei behilflich sein, eine vertiefte seelische Beziehung zueinander aufbauen zu können, in der Flexibilität, Toleranz, Offenheit und Nähe möglich ist. Diese erweiterten Fähigkeiten können dann Basis für ein zukünftig zufriedenstellenderes Leben miteinander werden.

Unser Ansatz der Paararbeit ist ein eklektischer: Wir bedienen uns der Techniken und Methoden verschiedener Systeme und Schulen und sind dabei durch unsere unterschiedlichen Ausbildungen und Schwerpunkte in der Lage, diesen Anspruch auch umzusetzen.

Entsprechend den unterschiedlichen Therapieschulen mit ihren zahlreichen Ansätzen, gibt es eine Vielzahl sich voneinander unterscheidender Theorien für die Entstehung und die Aufrechterhaltung von Schwierigkeiten in einer Paarbeziehung, die allesamt Erklärungen liefern wollen, warum es um eine Partnerschaft gerade so schlimm steht.

Die Psychoanalytische Sichtweise 
geht z. B. davon aus, dass Paarschwierigkeiten neurotische Störungen zugrunde liegen – oder vereinfacht ausgedrückt: Einer der Partner hat einen unverarbeiteten zentralen Konflikt aus einer frühen Lebensphase und bringt diese Störung mit in die Beziehung und lebt diese dort aus. Trifft das – und das kommt häufiger bei Paaren in Schwierigkeiten vor – auf beide Partner zu und passen diese Probleme zumindest eine Zeit lang zueinander, nennen das die Psychotherapeutinnen eine Kollusion. Geht diese Passung z. B. durch eine zunehmende Polarisierungen verloren (ein Partner wird immer unselbständiger, der andere Partner immer selbständiger/dominanter), treten Konflikte offen zutage.

Die Kommunikationspsychologie
definiert typische Kommunikationsmuster im Umgang der Partner miteinander, die geeignet sind, eine Beziehung nachhaltig negativ zu verändern. Ihre Lösungsansätze versuchen die Kommunikationsformen innerhalb einer Partnerschaft zu verbessern und so Verständnis füreinander zu entwickeln, um sich konsekutiv auch in emotionaler Hinsicht wieder näher kommen zu können. Die deutliche Kritik an dieser sehr verbreiteten aber wenig weit reichenden Methode besteht darin, dass mit ihrer Hilfe die Lösung partnerschaftlicher Konflikte lediglich auf die Anwendung von simplen kommunikativen Techniken reduziert wird.
Wir sehen Paarschwierigkeiten deutlich differenzierter und geben einer ungünstigen Kommunikationsform in der Partnerschaft eine ganz andere, wichtige und positive Bedeutung, denn selbst eine schwierige Kommunikation stellt immer auch einen, wenn auch im Moment wenig fruchtbaren Lösungsversuch durch die Partner selbst dar.
Interventionen mit technischen Instruktionen würden die Absichten und Botschaften, die hinter dem schwierigen Umgang miteinander stecken, einer bewussten Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden Konflikten entziehen.
Paul Watzlawick schreibt in seinen Axiomen zur Theoriebildung der Kommunikationstheorie, u. a., dass jede Kommunikation einen Inhalts- aber eben auch einen Beziehungsaspekt hat, wobei Letzterer (Beziehung) den Ersteren (Inhalt) bestimmt.
Kommunikation ist Verhalten ist Beziehung ist Kontext und ist komplex. Schließt man einzelne Elemente aus, wird die Betrachtung eindimensional und Lösungen werden nicht findbar sein.

Die Perspektive der Systemischen Paartherapie ist die Betrachtung der Paarkonflikte und ihrer aufrechterhaltenden Prozesse auf den Ebenen des Verhaltens, der Interaktionsmuster sowie auch der jeweiligen Wirklichkeitskonstruktionen. Die Systemiker setzen Schwerpunkte bei den sozialen Kontexten, bei Interaktionen der Mitglieder eines Systems aber schließen auch das weitere soziale Umfeld mit ein. Sie verstehen die Probleme in einer Beziehung weniger als die Störung eines einzelnen Menschen, sondern eher als eine Störung des gesamten Systems.
Hierbei könnte man vielleicht, so wie es wahrscheinlich die meisten von uns tun, auf die Idee kommen, dass mit „System“ das Paar gemeint ist. Tatsächlich ist dies aber eine grobe Vereinfachung, die den tatsächlichen Gegebenheiten in ihrer Komplexität nicht gerecht wird. Denn neben diesem Paarsystem gibt es eine Vielzahl von weiteren Systemen und Subsystemen, die Einfluss nehmen. Angefangen bei einem einzelnen Menschen, den man den systemtheoretischen Überlegungen folgend, als ein eigenständiges System, als ein Wesen mit Fähigkeiten wie Selbstwahrnehmung, Selbstreflexion, eigenverantwortliches Denken, Sprechen und Handeln ansieht und dessen Zusammenwirken von Körper und Psyche unteilbar ist bis hin zu dessen Systemen und Subsystemen (Großeltern, Eltern, Partner, Kinder, soziales Umfeld), in die er eingebunden ist und die alle Einfluss aufeinander haben, sich allerdings nicht gegenseitig bedingen (keine Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge).
Lösungsansätze der systemischen Paartherapie finden sich u. a. unter den zentralen Begriffen wie Umdeutung (reframing – Bestandteil der Hypnotherapie nach Milton H. Erickson – den Gegebenheiten eine andere Bedeutung geben), Ressourcenorientierung, Zirkularität, oder Konnotation, denn Dinge, Handlungen oder Aussagen beinhalten stets auch Nebenbedeutungen, die benannt und beachtet werden müssen.

Moderne Ansätze
Historisch betrachtet ging Paartherapie davon aus, dass Schwierigkeiten einer Beziehung (ursprünglich waren das die Trennung in sexualt- und paartherapeutische Themen) unterschiedlichen Themenwelten entstammen . Die modernen Ansätze der Paartherapie entwickelten dagegen die Sichtweise, dass Stolpersteine nicht isoliert voneinander betrachtet werden können und dementsprechend auch monotherapeutische Mittel allenfalls unzureichende Lösungen anbieten. Die moderne Paartherapie widerspricht z. B. der Vorstellung, dass man über eine reine Veränderung der Kommunikation oder des Kommunikationsverhaltens, Beziehungsqualität oder Sexualität verändern könne, denn auch eine nicht vorhandene Sexualität ist bereits eine Botschaft mit einer ganz bestimmten Bedeutung.
Die modernen Ansätze einer Paartherapie schauen eher auf die Individualität der Partner, nehmen bisher unausgesprochene Aspekte oder auch schwierige oder gar tabuisierte Inhalte in den Fokus und zeigen sich eher differenzierungsorientiert, , wie z. B. die systemische Paartherapie, als bindungsorientiert.

Glaubt man den findbaren Zahlen zu Paaren in schweren Krisen oder nach Trennungen, so nehmen 80 bis 90 Prozent dieser Betroffenen keine paartherapeutische Hilfe in Anspruch. Auch wird davon geredet, dass Betroffene wenn überhaupt, dann oftmals erst sehr spät professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Trotz dieser ungünstigen Ausgangslage kommt die Paartherapie nach diesen Quellen in ihrer Wirksamkeit mit insgesamt zwei Drittel „Besserung“ aber dennoch halbwegs gut weg. Doch hier ist viel Luft nach oben wie wir finden. Unsere Überzeugung ist es, dass einerseits eine zeitlich frühere Inanspruchnahme eines professionellen paartherapeutischen Angebots hilfreich wäre und andererseits natürlich die Art der Arbeit, die Qualifikation und das Setting einer Paartherapie mögliche Ergebnisse noch deutlich verbessern können.


Basierend auf den Erfahrungen der letzten Jahre zeigen sich viele gute Gründe, warum auch zufriedene und glückliche Paare von einer Paartherapie oder paartherapeutischen Gesprächen profitieren können. Eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Beziehung stärkt nicht nur die bestehende Verbindung, sondern kann auch langfristig zu mehr Tiefe und Stabilität führen.
 

Prävention statt Krise
Oft wird Paartherapie erst dann in Anspruch genommen, wenn bereits gravierende Probleme aufgetreten sind. Doch gerade der vorbeugende Ansatz kann verhindern, dass kleine Unstimmigkeiten sich zu echten Herausforderungen entwickeln. Eine Beziehung kontinuierlich zu pflegen, anstatt erst zu handeln, wenn Konflikte eskalieren, ist ein sinnvoller und nachhaltiger Weg, um eine langfristig erfüllende Partnerschaft zu gewährleisten.
 

Vertiefung der emotionalen Verbindung
Selbst in einer glücklichen Beziehung gibt es immer wieder Momente, in denen sich ein Partner vielleicht nicht ausreichend verstanden oder gesehen fühlt. Therapeutische Gespräche bieten die Möglichkeit, noch bewusster auf die Emotionen des anderen einzugehen. Es geht nicht nur darum, offensichtliche Bedürfnisse zu erkennen, sondern auch unausgesprochene Gefühle wahrzunehmen. Indem beide Partner lernen, sich gegenseitig besser zu verstehen, entsteht eine tiefere emotionale Intimität. Dies trägt dazu bei, dass sich beide emotional sicherer und geborgener fühlen, wodurch die Beziehung nicht nur stabiler, sondern auch intensiver wird.
 

Kommunikation optimieren
Missverständnisse sind in jeder Beziehung unvermeidbar, denn Kommunikation ist komplex. Häufig wird etwas anders verstanden, als es gemeint war. In therapeutischen Gesprächen kann man lernen, sich klarer und einfühlsamer auszudrücken, ohne den anderen zu verletzen oder in eine Verteidigungshaltung zu bringen. Ebenso kann es hilfreich sein, zuzuhören, ohne sofort Lösungen anzubieten oder sich angegriffen zu fühlen. Die Fähigkeit, schwierige Themen respektvoll und konstruktiv zu besprechen, sorgt langfristig für mehr Harmonie in der Partnerschaft.
 

Persönliches Wachstum und Weiterentwicklung als Paar
Jeder Mensch entwickelt sich mit der Zeit weiter, und dies hat auch Auswirkungen auf die Dynamik einer Partnerschaft. Wenn sich ein Partner beruflich oder persönlich weiterentwickelt, kann dies die Beziehung beeinflussen. Paartherapeutische Gespräche bieten Raum für Reflexion: Wie gehen wir als Paar mit diesen Veränderungen um? Welche Unterstützung benötigen wir voneinander? Eine neutrale Begleitung hilft dabei, Wachstum nicht als Bedrohung, sondern als Chance für eine noch tiefere Verbindung zu sehen.
 

Sexualität und Intimität bewusst gestalten
Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil einer erfüllenden Partnerschaft, doch oft bleibt dieses Thema unausgesprochen. Im Alltag schleichen sich Routinen ein, Bedürfnisse können sich verändern und manchmal entsteht ein unausgesprochenes Ungleichgewicht. Professionelle Gespräche können helfen, offen und ohne Scham über Intimität zu sprechen. Dies fördert nicht nur eine lebendige sexuelle Verbindung, sondern hilft auch, Hemmungen abzubauen und neue Wege der Nähe zu entdecken.
 

Bessere Bewältigung von Veränderungen
Jede Beziehung durchläuft Phasen des Wandels: sei es ein Umzug, ein neuer Job, ein Kinderwunsch oder das Älterwerden. Auch wenn beide Partner glücklich sind, können solche Veränderungen Stress oder Unsicherheiten mit sich bringen. Ein paartherapeutisches Gespräch bietet die Gelegenheit, gemeinsam Strategien zu entwickeln, um flexibel und unterstützend auf neue Herausforderungen zu reagieren. So bleibt die Partnerschaft eine stabile und sichere Basis für beide.
 

Stärkung des Vertrauens und der Sicherheit
Vertrauen ist die Grundlage jeder stabilen Beziehung. Indem Paare sich bewusst Zeit nehmen, um über Unsicherheiten oder kleine Ängste zu sprechen, kann das gegenseitige Vertrauen gestärkt werden. Dies schafft eine Umgebung, in der sich beide Partner emotional sicher und verstanden fühlen.
 

Gemeinsame Ziele und Visionen erarbeiten
In einer langfristigen Beziehung ist es wichtig, gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. Paargespräche bieten die Gelegenheit, sich bewusst über Zukunftspläne auszutauschen und sicherzustellen, dass beide Partner in die gleiche Richtung blicken. Dadurch kann die Beziehung kontinuierlich wachsen und sich weiterentwickeln.
 

Rituale und Beziehungsgewohnheiten verbessern
Der Alltag kann schnell dazu führen, dass die Beziehung in den Hintergrund rückt. Bewusst eingeführte Rituale und Routinen können helfen, die Verbindung zu stärken. Durch kleine, aber bewusste Gesten der Zuneigung bleibt die Beziehung lebendig und erfüllend.
 

Vermeidung von schleichender Entfremdung
Mit der Zeit können sich Paare unbewusst voneinander entfernen, wenn Alltagsstress oder Routinen überhandnehmen. Paargespräche helfen, kleine Anzeichen frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern, bevor sich eine Distanz entwickelt.
 

Resümee: Eine Investition in die Zukunft der Partnerschaft
Paartherapie oder Beratung ist nicht nur eine Rettungsleine für Krisen, sondern kann auch eine wertvolle Investition in eine langfristig glückliche, stabile und erfüllende Beziehung sein. Durch bewusste Reflexion und Kommunikation lässt sich nicht nur die aktuelle Zufriedenheit erhalten, sondern auch eine noch tiefere Verbindung aufbauen. Paargespräche helfen also nicht nur, eine bestehende Beziehung zu bewahren, sondern sie aktiv zu stärken und weiterzuentwickeln.