Die Einzeltherapie stellt wohl das den meisten bekannte psychotherapeutische Setting dar. Über viele Jahrzehnte prägte sie die Vorstellung von Psychotherapie: Eine Klientin oder ein Klient arbeitet in einem exklusiven Zweiersetting mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten. Das jeweilige Setting ist dabei jedoch mehr als nur ein äußerer Rahmen: Es besitzt eigene therapeutische Wirkfaktoren und beeinflusst damit, welche Prozesse innerhalb einer Behandlung überhaupt entstehen und genutzt werden können.
Gerade weil jedes therapeutische Setting eigene Wirkfaktoren mit sich bringt, ist die Einzeltherapie nicht automatisch für jedes Anliegen die geeignetste Behandlungsform. Das vertraute Zweiersetting bietet besondere Möglichkeiten, setzt zugleich aber auch Grenzen. Gerade im Vergleich dazu zeigt die Gruppentherapie eigene therapeutische Möglichkeiten: Sie kann mindestens gleich gute Behandlungsergebnisse erzielen und darüber hinaus Prozesse nutzbar machen, die erst im Austausch und in der Interaktion mit mehreren Menschen entstehen. Wo Schwierigkeiten wesentlich im Beziehungsgeschehen eines Paares begründet oder aufrechterhalten werden, kann wiederum unsere Paartherapie der passendere therapeutische Zugang sein: Dem exklusiven Zweiersetting der Einzeltherapie steht hier ein Vierer-Setting gegenüber, in dem beide Partner gemeinsam mit uns als Therapeutin und Therapeut arbeiten.